01 Sep 2010

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Wasserdichtigkeit von Uhren

Wasserdichtigkeit von Uhren

Meine erste Armbanduhr war eine blaue Swatch, ich hatte Sie zu meinem 10 Geburtstag bekommen. Ich weiß nicht mehr was das für eine war, ich weiß nur noch: sie war nicht wasserdicht. Dieser Umstand hat mich nach nur zwei tollen Wochen um meine Uhr gebracht, als ich mit den Nachbarskindern eine Wasserschlacht austrug.

So oder so ähnlich dürfte es wohl damals wie heute vielen Kindern, aber auch Erwachsenen ergehen. Die Rede ist natürlich von Wasserschäden bei Uhren. Aber wie kann so etwas passieren? Auf meiner Uhr stand damals: „water resistant 30m“; für meine Eltern und auch für ihren kleinen Knirps hieß das, man kann mit der Uhr 30 Meter tief tauchen. Ein fataler Fehler, wie sich schließlich nach kurzer Zeit heraus gestellt hat.

Dieser entsteht durch den Massenvertrieb von Armbanduhren. In vielen großen Kaufhäusern kann man heute Uhren kaufen. Doch das birgt ein großes Risiko – der oftmals unterirdisch schlechte Service. Dieser Umstand liegt häufig nicht an der Bosheit der Verkäufer/innen, sondern schlicht an der Tatsache, dass deren Ausbildung nur mit mangelhaft bewertet werden kann, schließlich müssen ja Kosten gespart und damit der Gewinn maximiert werden. Folglich können die Verkäufer/innen keine kompetente Beratung stellen.

Doch was genau hat es jetzt mit den „Wasserdicht bis 30m“ auf sich? Eine häufig gestellte Frage, hier die Erklärung:

Zuerst etwas zu den verwendeten Einheiten.

Die Dichtigkeit von Uhren wird in der Einheit „atm“ angeben, welche gerundet etwa „bar“ entspricht, also der Einheit, mit der Luftdruck unter, aber auch über Wasser angeben wird. „Bar“ heißt nichts anderes, als Kilogramm pro Quadratzentimeter – steht also für den Druck der auf jeden Quadratzentimeter eines Körpers einwirkt. So entsprechen beispielsweise 3 atm einem Druck von 3 bar.

Ob eine Uhr Wasserdicht ist oder nicht, wird mit einem Prüfverfahren ermittelt. Dieses Verfahren wird in der DIN Norm 8310 festgelegt. Eine Uhr gilt laut der Norm als Wasserdicht, wenn sie im Neuzustand deren Prüfung besteht. Einem Laien ohne Vorwissen hilft dies allerdings noch nicht recht viel. Man muss nämlich wissen, dass in dem Prüfverfahren ein statischer Druck ausgübt wird. Unter Wasser wirken allerdings Druckkräfte von allen Seiten auf die Uhr ein, was eine sehr viel größere Belastung für diese darstellt. Wer also meint unter Wasser in 30 Meter Tiefe mit seiner „water resistant 30m“ tauchen zu können, erliegt einem großen Irrtum. Denn dort wird die Uhr nicht nur von oben und unten mit 3 bar belastet sondern von allen Seiten!

Im Folgenden nun eine Tabelle, die Ihnen dabei behilflich sein soll festzustellen, was Sie alles mit Ihrer Uhr machen können. Bitte beachten Sie jedoch, dass diese nur eine Richtlinie darstellen soll und keine spezifischen Aussagen trifft (treffen kann).

Herst.angabe Bezeichnung Spritzwasser Waschen Wassersport Tauchen
ohne Angabe nicht wasserdicht
3 atm water resistant X
5 atm water resistant 50m X X
10 atm water resistant 100m X X X
20 atm water resistant 200m X X X X

Zum Abschluss unserer kleinen Exkursion zum Thema „Wasserdichtigkeit von Uhren“ noch ein paar allgemeine Verhaltensregeln im Umgang mit Uhren und Wasser:

  • Bevor Sie Ihre Armbanduhr im Wasser verwenden, sollten Sie sichergehen, dass die Krone und der Drücker ordnungsgemäß verschlossen sind. Zudem sollten Sie sie zumindest einmal im Jahr auf Dichtigkeit prüfen lassen, da  (Tipp: uhren-ass.de bietet diesen Service auch an. Allerdings machen wir dies aufgrund der notwendigen teuren Geräte und der Vielfältigkeit der Uhren nicht selber, sondern leiten sie direkt an den Hersteller weiter. Die Preise variieren, sind jedoch in der Regel recht preiswert.)
  • Vermeiden Sie extreme Temperaturschwankungen und Stöße, lassen Sie die Uhr nicht fallen! Falls derartiges doch passiert ist, lassen Sie sie sicherheitshalber noch einmal auf Dichtigkeit prüfen.
  • Vermeiden Sie Fett, Schmutz und Staub. Reinigen Sie Ihre Armbanduhr regelmäßig (aber ohne Reinigungsmittel!). Fett, Staub und Schmutz schaden ansonsten dem Gehäusematerialien ihrer Uhr.
  • Unter Wasser sollten Sie auf keinen Fall die Krone Ihrer Armbanduhr betätigen!
  • Hat Ihre Uhr eine verschraubte Krone? Dann achten Sie bitte darauf, dass diese festgeschraubt ist. Hierzu drücken Sie die Krone nach dem Zeigerstellen einfach fest gegen das Gehäuse und schrauben sie fest.
  • Salzwasser ist Gift für Ihre Uhr – spülen Sie sie also nach Gebrauch im salzigen Nass mit Leitungswasser ab.
  • Falls die Uhr doch einmal Wasserschaden davongetragen hat: Sofort zum Uhrmacher, er weiß was zu tun ist.


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