Wie funktioniert eine Funkuhr?
Jeder kennt sie, jeder hat schon einmal eine gesehen, aber wer weiß eigentlich, wie sie funktionieren? Die Rede ist von Funkuhren, also diesen tollen Zeitmessern, die niemals nachgestellt werden müssen und dennoch bis auf die Sekunde genau die Zeit anzuzeigen wissen. Wir haben für Sie recherchiert und hoffen nun, Ihnen so simpel wie möglich und so ausführlich wie nötig erklären zu können, wie diese kleinen Wunderwerke der Technik funktionieren.
Generelle Funktionsweise
Oberflächlich betrachtet ist das Prinzip simpel. Benötigt werden:
- ein konstanter und extrem genauer Zeitmesser (z. B. eine Atomuhr)
- einen Langwellensender, mit dessen Hilfe das Zeitsignal über elektromagnetische Wellen verteilt wird
- und zu guter Letzt einen Empfänger, also z. B. einen Funkwecker
Aber wie wirken nun diese drei Geräte mit einander und wie funktionieren sie im Einzelnen?
Funktionsweise der Atomuhr
Eine Atomuhr misst die Uhrzeit anhand der charakteristischer Frequenzen von Strahlungsübergängen der Elektronen freier Atome und nimmt diese als Taktgeber für eine Referenzuhr. Nach dem heutigen Stand der Technik sind Atomuhren die genauesten Zeitmesser der Welt, weshalb sie auch Primäruhren genannt werden (Quelle: Wikipedia).
Was also bei einer mechanischen Uhr die Unruh und bei einer Quarzuhr der Oszillator ist, das sind bei der Atomuhr die Elektronen freier Atome im Allgemeinen und die Frequenz ihrer Strahlungsübergänge im Besonderen. Verwendung finden hier unter anderem Cäsium-, Rubidium- und Wasserstoffatome. Die präziseste Uhr der Welt ist derzeit die Cäsium-Fontäne NIST-F1, welche über eine relative Abweichung von 1 Sekunde in 20 Millionen Jahren verfügt.
Ein Kollektiv hunderter Atomuhren über die ganze Welt gibt die sogenannte internationale Atomzeit vor und sorgt somit für die Präzision vieler Funkuhren weltweit.
Funktionsweise eines Langwellensenders
Ein Langwellensender ist eine Sendeanlage, die elektromagnetische Wellen im Frequenzbereich von 30 kHz bis 300 kHz, also im Langwellenbereich sendet. Derartige Sendeanlagen werden unter anderem für den Rundfunk, die Funknavigation und zur Übertragung telegraphischer Nachrichten eingesetzt. Allerdings verwenden die Zeitdienste auch Rundfunksender im Kurz- und Mittelwelllenbereich und – sofern GPS verwendet wird – sogar im GHz – Bereich.
Das Zeitsignal wird also elektronisch codiert und mittels des Langwellensenders in Form eines Sekundensignals ausgestrahlt. In Deutschland und der Schweiz erfolgt diese Austrahlung kontinuierlich, das heißt das Signal kann jeder Zeit empfangen werden. In Russland beispielsweise erfolgt die Austrahlung nur im 24 Stunden Takt.
Funktionsweise des Empfängers
Je nach Art des Empfängers wird das Zeitsignal stündlich oder etwar nur täglich abgerufe. Eine Wanduhr mit hinreichend leistungsfähigen Batterien aktuallisiert sich entsprechend öfter, als beispielsweise eine Armbanduhr, welche nur über eine handelsübliche Knopfzelle verfügt. Wenn das Signal abgerufen wurde syncronsiert sich die Uhr automatisch und läuft dann wieder selbstständig weiter – bis zum nächsten Signalabruf. Damit ist eine hohe Genauigkeit gewährleistet.
Je nach Bauart berechnet der Empfänger auch eine Signalverzögerung mit ein, die ein allzu große Abweichung der Uhrzeit aufgrund langer Sendedistanzen (1 ms pro 300 km) minimiert.
Fazit
Abschließend ist zu sagen, dass hinter einer Funkuhr um einiges mehr Technik steckt, als die meisten Menschen wohl glauben. Allerdings ist diese Technik so konzipiert, dass zwar der Betrieb (z. B. der Sender, der Atomuhr, usw. ) enorm anspruchsvoll, aber die Verwendung (z. B. mittels eines Funkweckers) wirklich unkompliziert sind.
Wir hoffen Ihnen mit diesem Beitrag einen kurzweiligen, aber interessanten Einblick in die Welt der Funkuhren geliefert zu haben und würden uns natürlich wieder über einen netten Kommentar Ihrerseits freuen.
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Johanna says;
Hey danke für den super Artikel. Echt interessant. Genau wegen solchen Beiträgen mag ich euren Blog so gerne!
Liebe Grüße
Johannna